Unmess Co.: Rewind the Wreck – endlich mal das Chaos rückwärts abspielen
In Spielen habe ich schon genug Räume in ihre Einzelteile zerlegt. Jetzt landet ein kleines Indie-Spiel auf meinem Radar, bei dem ich den ganzen Kram wieder zusammensetzen soll. Allerdings mit einer Funktion, die ich zu Hause gelegentlich auch gebrauchen könnte: einer Rückspultaste.
Unmess Co.: Rewind the Wreck kommt vom Zweierteam Traveler Ant und verbindet Aufräumen mit einem Reparatur-Puzzle. Ich habe mir die Demo inzwischen angeschaut und für den Durchlauf 10 Minuten und 19 Sekunden gebraucht. Mein erster Eindruck: schön und liebevoll gemacht, mit einem kleinen Rätselfaktor – aber auch mit ein paar Punkten, bei denen ich noch Luft nach oben sehe.
Erst nachdenken, dann zurückspulen
Ihr steuert einen Reparaturroboter aus der Ego-Perspektive durch einen verwüsteten Raum. Gegenstände liegen verstreut herum, einiges ist zerbrochen, anderes steht dort, wo es offensichtlich nicht hingehört. Mit der Rewind-Funktion werden die Schäden rückgängig gemacht: Teile finden wieder zusammen und Objekte kehren an ihren Platz zurück.

Der eigentliche Kniff ist die Reihenfolge. Wenn sich Gegenstände gegenseitig blockieren oder ein benötigter Platz noch belegt ist, lässt sich eben nicht alles beliebig zurücksetzen. Erst muss klar sein, was wem im Weg steht. Ein Bild des ursprünglichen Raums hilft dabei, den Überblick zu bekommen.
Genau dieser Gedanke gefällt mir. Einfach nur auf alles zu zeigen, bis der Raum ordentlich aussieht, wäre mir auf Dauer vermutlich zu wenig. Durch die Abhängigkeiten bekommt das Aufräumen eine Denkaufgabe: Was muss zuerst weg, damit der nächste Schritt überhaupt möglich wird? Wer Cozy Games mit ein wenig Rätselfaktor mag, wird mit dem Spiel wahrscheinlich Spaß haben.
Ein kleiner Happen statt eines halben Wochenendes
Die kostenlose Steam-Demo ist seit dem 8. Oktober verfügbar und enthält einen Level. Mit meinen 10:19 Minuten war das ein kurzer Ausflug, für den ich keinen kompletten Samstag freischaufeln musste. Für einen ersten Eindruck reicht dieser kleine Happen gut aus.
Die Mischung aus beschädigtem Zimmer, Reparaturroboter und wieder zusammengesetzten Gegenständen hat für mich einen sympathischen Alltagsbezug. Es geht um ein sichtbares Ergebnis: Aus dem Durcheinander soll wieder ein Raum werden, in dem alles seinen Platz hat. Wenn schon auf dem echten Schreibtisch ständig etwas liegen bleibt, darf wenigstens digital mal Ordnung einkehren.
Liebevolle Details, etwas unscharfe Texturen
Optisch finde ich Unmess Co. schön und detailliert gemacht. Der Raum mit seinen Möbeln, dem Grammophon und den vielen kleinen Gegenständen wirkt liebevoll gestaltet. Gerade diese Details passen für mich gut zu einem Spiel, in dem man sich die Umgebung genauer anschaut.

Die Texturen könnten für meinen Geschmack allerdings stellenweise etwas schärfer sein. Das nimmt dem Raum nicht seinen Charme, fällt beim genaueren Hinsehen aber auf. Für eine Demo finde ich den Gesamteindruck trotzdem gut.
Beim Zurückspulen wünsche ich mir die Maus
Mit der Steuerung bin ich noch nicht ganz warm geworden. Ich finde sie ein wenig umständlich. Gerade das Zurückspulen hätte ich lieber auf einer Maustaste – das würde sich für mich beim Anvisieren und Reparieren der Gegenstände stimmiger anfühlen. Das ist mein persönlicher Wunsch an die Bedienung.
Die Langzeitmotivation bleibt mein größtes Fragezeichen
So sympathisch ich die kurze Demo finde: Die Langzeitmotivation bleibt für mich eines der größten Fragezeichen. Wie viel Abwechslung lässt sich aus dem Rückspulen herausholen? Spannend fände ich Räume, bei denen ich die Zusammenhänge wirklich neu durchdenken muss. Nur mehr Gegenstände auf denselben Haufen zu werfen, würde mir als Weiterentwicklung nicht reichen.
Mein Fazit zur Demo fällt trotzdem positiv aus. Unmess Co. ist liebevoll gemacht und dürfte besonders diejenigen ansprechen, die es gemütlich mögen, dabei aber ein bisschen knobeln wollen. Bei der Steuerung und der Schärfe mancher Texturen sehe ich noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ob mich das Prinzip auch über mehrere Stunden bei Laune hält, kann dieser kurze Durchlauf noch nicht beantworten.
Die Vollversion ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Außerdem gehört das Spiel zum Steam Next Fest vom 19. bis 26. Oktober. Ich bin gespannt, wie sich die Idee bis zur Veröffentlichung weiterentwickelt.
Wenn euch die Idee ebenfalls anspricht, könnt ihr euch die Demo kostenlos auf Steam anschauen. Und wenn dabei mehr zurück an seinen Platz wandert als auf meinem Schreibtisch, ist zumindest das schon mal ein Erfolg.